MEINE KRANKHEIT 2000

MEINE KRANKHEIT

 

Hier nun ist der Grund, warum ich professionell anfing, meine Talente aus der Schulzeit wieder aufzugreifen; das DICHTEN.

An einem ganz normalen Tag im September 2000 (im Mileniumjahr) bekam ich nach einer kleineren Operation die mich niederschmetternde Diagnose

Non-Hodgkin-Lymphon
(Lymphdrüsenkrebs).

NHL

Von hier ab nahm mein Leben eine totale Wende.

Für mich hieß das erst einmal das ENDE.

Zu begreifen, daß ich noch eine Chance habe, habe ich erst in 8 Monaten Chemotherapie und mit Hilfe meiner Ärzte des Universitätsklinikum Benjamin-Franklin Berlin geschafft.
Mein allerherzlichster Dank an sie sei hiermit nun öffentlich gemacht.

Außerdem danke ich allen meinen Freunden, meinen Kindern und den anderen Patienten und Schwestern und Pfleger der Abteilung 02 A und 02B, die mir immer wieder Mut machten.

 Universätsklinikum BJF Berlin

Bis jetzt ist alles im grünen Bereich und ich habe eine 2. Chance erhalten.

Wenn SIE diese Seiten lesen, hoffe ich, daß sie mit dieser Erklärung besser verstehen, warum es so wichtig ist, niemals aufzugeben; denn jeder hat im Leben eine 2. Chance und eines hab' ich begriffen............

die Hoffnung stirbt wirklich zuletzt.

 

Aber bis dahin hab ich noch ...............sehr viel Zeit!!!!!!!!!!!

 

 

Bekenntnisse meines Lebens

 

Ich sitze am Fenster und schaue, wie bunte Blätter im Winde zur Erde fallen.

Es ist Herbst geworden.

 

Bunte Blätter im Wind,

fühl‘ mich wie ein kleines Kind.

Möchte lachen, möchte weinen,

keine Kraft mehr in den Beinen,

Stunden nur, da ist sie hier,

alle Gedanken sind bei Dir.

Wenn der Baum im Kahlen steht,

weiß ich, daß es weitergeht.

 

Es ist Herbst geworden

 

Ein Jahr lang hatte ich Zeit, über mich und mein Leben nachzudenken. Immer wieder waren es die Gedichte, in denen ich mir Luft machte, all‘ das raus zu lassen, was sonst nicht raus kam.  Es fing schon in der 7. Klasse im Chemieunterricht an. Da war es so langweilig und meine Gedanken wanderten durchs offene Fenster hinaus. Hier fing ich an, über mich nachzudenken, warum keiner meine Probleme verstand. Ich habe mich wohl immer alleine gefühlt. Ein ungewolltes Kind, das sich auf den Weg machte, das Leben allein zu meistern und an dem es scheiterte, weil nichts im Leben ganz alleine geht.

Keiner hat mich gesehen, keiner meine Hilferufe wahrgenommen. NEIN! Ich habe mein Leben lang nach Liebe gebettelt, nach Zuneigung gesucht, auf Verständnis gehofft. Habe ich sie – wie so selten – bekommen, war sie nur pflichterfüllt. Das habe ich gespürt – mein Leben lang. Immer und immer wieder.

Aus meiner Babyzeit müssen wohl Urängste zurück geblieben sein. Das Wegschieben im Oskar-Helene-Heim(Orthopädische Klinik in Berlin) auf die Toilette, weil meine Eltern gehen mußten und ich brüllte wie am Spieß  nach ihnen. Keiner hat mich getröstet. Man hat mich mich selbst überlassen, mit nur einem Jahr alt.

Ich war nicht gewollt, dieses Problem wurde mir aufgedrängt. Ich wurde mit einem Hüftfehler geboren. Ich war immer eine Last für sie. Tag und Nacht und Nacht und Tag.

Von Anfang an verdammt, auf Hilfe von außen angewiesen zu sein, die ich gar nicht kriegte, und wenn, nur widerwillig.

Das war meine Urangst und ich fing an zu betteln, um Liebe. Für etwas, was normalerweise sonst ganz von alleine kommt.

 

50 Jahre habe ich gebraucht, um dahinter zu kommen.

 

5 Jahre Ängste durchlitten, ohne zu begreifen, warum???

1 Jahr Leid, um es zu sehen.
Aber verstanden habe ich es bis heute noch nicht.

 

Liebe braucht keine Worte

Sie ist da, wenn man geben kann. Sie ist da für Stunden, für Minuten. Sie braucht keine Regeln, denn sie setzt sich ihre eigenen, wenn man sie nur erkennt.

Ich habe alles gegeben, was ich geben konnte. Dafür. Um zu leben!!! Ob es so bleibt, liegt ganz allein bei mir.

Durch diese Krankheit habe ich meine alten Ängste verloren, denn es gibt schlimmere Ängste, die ich durchleben mußte. Die Angst vor dem Tod ist die schlimmste Angst, die es gibt und doch gehört sie zum Leben, wie die Liebe und der Tag und die Nacht. Meine Aufgabe wird es nun sein, auch diese Angst zu verlieren, damit ich eines Tages, wenn es soweit sein sollte, keine mehr haben muß.

Das war der Grund und Sinn, den ich erkennen mußte. Alles hat eben doch einen Sinn im Leben, so makaber es einem auch erscheinen mag. Ich habe gelernt und ich mache was aus diesem Wissen. Zumindest werde ich es versuchen.

Ich werde nie wieder nach etwas betteln, was ich allein in meinen Händen halte.

Wer Liebe geben kann, auch wenn er sie sehr selten selbst bekommen hat, wird sie irgendwann einmal zurück erhalten. Alles braucht seine Zeit im Leben; alles hat seinen Platz im Leben.

Meine Heimat ist nicht da, wo ich geboren wurde, sondern da, wo ich meinen Kopf anlehnen kann. Man lernt eben nie aus. Das Leben ist ewige Bewegung. Wie ein Karussell, daß mal oben und mal unten stehenbleibt. Aber irgendwann geht es weiter.

Es gibt soviel Heimat in dieser Welt. Sie ist so groß, so unendlich. Ich bin glücklich! Ich habe mein Puzzlespiel des Lebens für mich gelöst.

Ich danke allen, die mir dabei geholfen haben, bewußt und/oder unbewußt und........ mir tun alle die leid, die mit ihrer Trauer und Stille geglaubt haben, daß ich es nicht schaffen werde und mich wieder – wie immer – damit allein gelassen haben.

 

Ich lebe weiter!!!

Nichts ist für die Ewigkeit, daß weiß ich jetzt. Aber ich, ich habe noch ein wenig Zeit zurückgewonnen, geschenkt bekommen, um Dinge zu tun, die mir Berufung sind.

Sei es, die Natur zu genießen, mit meinem Hund durch die Gegend zu streifen (auch das werde ich wieder schaffen), oder denen, an die mein Herz hängt, an schwierigen Tagen zu helfen, ihnen zuzuhören, einfach nur da sein, wenn ich das Gefühl habe, sie brauchen mich. Das ist das schönste Gefühl auf Erden. Es ist LIEBE und dafür erwarte ich nichts; ich weiß, eines Tages kommt es zurück. Ganz still, ohne viel Worte ohne Betteln ist es da. Ich hab es erlebt, gerade in dieser schweren Zeit.

 

Das ist der Sinn meines Lebens,

das ist der Weg, den ich gehe,

das ist meine Berufung!

 

Lieber Gott, ich danke Dir für die Einsicht und die Kraft, die Du mir in dieser schwierigen Zeit geschickt hast:

...........durch meine beste Freundin "Motte", meinen Sohn, meine Tochter und durch die immer wieder aufmunternden Worte meiner Dackelfreundin GABI, die sie mir per SMS ins Krankenhaus schickte, und die mir so viel gaben.

Auch Dir, liebe Petra, möchte ich danken, auch wenn DU es nicht mehr hören oder lesen kannst , weil Du es nicht mehr geschafft hast; aber mit Deinem Samba beim Frühstück wirst Du in meinem Buchtitel für ewig weiterleben. Ich danke Dir!

Auch bei den Ärzten und besonders Frau Katrin Rieger (AiP) der Hämatologie des BJF –Krankenhauses Berlin, den Schwestern der Station 02A/B, dem Pfleger Rodger und allen anderen, deren Namen ich mir nicht merken konnte.

Universätsklinikum BJF Berlin

Ohne diese Strohhalme wäre ich verloren  gewesen, wie ein Blatt, daß der Wind vom Baume weht.

LIEBE KANN BERGE VERSETZEN!

D  A  N  K  E

(Ein Auszug vom Schluss meines Buches: „Wenn das Lächeln wieder kehrt“..oder SAMBA zum Frühstück?)

AIMEE WINTER

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